Traditionen muss man pflegen

In unserer Familie gibt eine Tradition, auf die keiner mehr verzichten möchte. Zu Ostern treffen wir uns alle und gehen gemeinsam Brunchen. Dann steht nicht nur die Suche nach den Osternestern im Vordergrund, sondern das Schlemmen und Verkosten kulinarischer Köstlichkeiten nehmen einen großen Stellenwert ein. Ganz früher hat unsere Mutter den Brunch veranstaltet. Schon zwei Tage zuvor wurde in der Küche gekocht, gebrutzelt und geschnippelt. Den Aufriss und Stress möchte aber niemand mehr haben und so lag die Entscheidung auf der Hand, in eine Gaststätte zu gehen.

Jetzt bildet aber nicht nur das Essen einen wichtigen Bestandteil, mindestens ebenso relevant ist dabei der passende Tropfen zu jeder Speise. Mein Vater und mein Bruder sind richtige Weinkenner geworden und schenken sich zu jedem Anlass einen neuen, unbekannten Traubensaft. Zu festlichen Anlässen, wie Ostern, ist das ein besonderes Zeichen der Wertschätzung und beide sind schon sehr auf die Flasche des anderen gespannt. Wein rundet jede Speise ab und unterstreicht den Geschmack besonders, egal ob Fisch oder Fleisch, ein Wein ist schnell dazu gefunden.

Andere, alkoholfreie Geschenke gab es aber auch noch. Diesmal haben wir ganz auf handgefertigte erzgebirgische Osterfiguren gesetzt: Die Herren haben einen Osterhasen, das bekannteste Symbol der Osterzeit, mit Tragekorb und Wanderstock bekommen und die Damen ein putziges Küken mit Hut, Schal und kunstvoll gefertigter Blume, jedes kleine Detail aus Holz gefertigt. Die Anfänge des Osterbrauchs in Deutschland, Eier zu färben und zu verstecken, liegen im 16. Jahrhundert und ich hoffe, unser Brauch Brunchen zu gehen, hält einmal genau so lang.

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